Flugtag für Kinder am 9.10.2016

Der Aero-Club Baden-Baden und die Fliegergruppe Gaggenau freuen sich über erfolgreichen Flugtag für behinderte und chronisch kranke Kinder. Angeregt durch den Artikel im ADLER 09/16 haben die Mitglieder vom Aero-Club Baden-Baden und der Fliegergruppe Gaggenau kurzentschlossen am 9.10. 2016 erstmals auch einen Flugtag für behinderte und chronisch kranke Kinder und deren Familien organisiert.

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Beide Vereine haben dafür fünf Segelflug-Doppelsitzer, zwei Motorsegler, eine Piper PA 18, eine Robin DR 300 und eine Husky als Schleppmaschine mitsamt den erforderlichen Piloten - und einer flotten Bodenmannschaft -aufgeboten, um den 35 Kindern und ihren Familien einen Flug zu ermöglichen.HUGOMORE42

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Dabei unterstützte uns die Scherer-Stiftung Baden-Baden mit einer großzügigen Spende bei den Flug- und Bewirtungskosten, wofür wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken. Nach anfänglichem Bangen und Frieren unter einer zähen Nebeldecke hatte sich dann gegen 13:00 Uhr der Himmel endlich gelichtet und uns zum Schluss noch einen sonnigen Nachmittag beschert. Bis gegen 17:00 Uhr beförderten wir in pausenlosem Flugbetrieb insgesamt 62 Gäste durch die Luft. Selten haben wir so viele begeisterte und dankbare Menschen erlebt, obwohl jedes Kind und oft die ganze Familie unter der Krankheit, Behinderung oder einem traumatischen Verlust schwer zu leiden hat. Die meisten empfanden das Fliegen auch als besonders befreiendes Erlebnis. Je nach Wunsch und Belastbarkeit durften die Kinder wählen zwischen Segelflug mit Winden- oder F-Schlepp-Start, Motorsegler-Flug oder einem von Eltern begleiteten Motorflug in der 4-sitzigen Robin DR 300. Durch das zeitliche Zusammentreffen mit dem 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe Baden-Baden-Bühl-Achern bekam der Flugtag noch einen besonderen Stellenwert.
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Herr Lemcke von der Lebenshilfe sowie Frau Kohmann, Initiatorin des Kinder-Hospiz Baden-Baden, hatten ihrerseits für eine hervorragende Organisation gesorgt, sodass alle Kinder und Eltern bestens vorbereitet und betreut waren. Die positive Resonanz hat uns sehr berührt und ermutigt, solch einen Flugtag auch nächstes Jahr wieder anzubieten: „Lieber Herr Lemcke, auch wir wollten Ihnen zurückmelden, dass es für unsere Familie ein toller Tag war (wir waren erst um 16.30 Uhr zu Hause). Lena wollte, nachdem sie mit dem Motorflieger unterwegs war, unbedingt noch Segelfliegen mit Seilwinde). Wir waren doch recht gespannt, wie sie es “überstehen” würde. Voller Begeisterung hat sie nachher von ihrem Flug berichtet. Unglaublich, was die Kinder sich doch so trauen. Die netten Herren beim Segelfliegen haben mich schließlich auch noch überzeugt, einen Flug zu wagen. Somit durfte unsere ganze Familie in den Genuss des Fliegens kommen. Gerade gestern auf der Sinzheimer Kirwe traf ich die Familie von Melissa. Die schwerstmehrfach behinderte junge Frau ist aufgrund eines schrecklichen Verkehrsunfalls vor knapp 2 Jahren nun für ihr ganzes Leben auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Melissa kriegt heute noch strahlende Augen und kann sich an den Flug erinnern. Auch ihre Eltern hatten gestern Tränen in den Augen, weil Ihre beiden Vereine und die Scherer - Stiftung der gesamten Familie einen unvergesslichen Tag bescherten. Selbst der jüngste Bruder Melissas der eigentlich nicht fliegen wollte, hat sich letztendlich getraut.“

“Ein Riesendankeschön vom Kinder-und Jugendhospizdienst für den wunderbaren Nachmittag den wir gestern bei Ihnen auf dem Segelflugplatz verbringen durften. Es ist ganz wunderbar gewesen, wie herzlich und fröhlich sich alle um uns gekümmert und uns versorgt haben. Die Idee und das Angebot unseren Trauerkindern durch das besondere Ereignis etwas Abstand (im wahrsten Sinne des Wortes) zu Ihrer Lebenssituation zu vermitteln, war in sich schon großartig und etwas, was mich mit Freude erfüllt hat. Dass zusätzlich noch wir alle, die Großeltern, meine Kollegin und ich ebenfalls in die Luft gehen durften, war enorm und hat alle riesig begeistert: “Geteilte Freude - doppelte Freude!!” Man kann nichts ungeschehen machen, aber solche Momente tragen immer wieder dazu bei den Betroffenen Mut zu machen und Zuversicht zu geben, dass das eigene Leben trotz des Verlustes gelebt werden darf/kann, dass Freude und Spaß ebenfalls ihren Platz bekommen und das Leben wieder lebenswert ist.”

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